ROGER SIFFER   Leave a comment

er Siffer (* 1948 in Villé (Weiler), Arrondissement Sélestat-Erstein) ist ein elsässischer Kabarettist, Liedermacher, Sänger und künstlerischer Leiter des „Théâtre de la Choucrouterie“ in Straßburg.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Leben
1.1 Théâtre de la Choucrouterie
1.2 Bewahrer und Erneuerer elsässischer Kultur
2 Diskografie (Auswahl)
3 Literatur
4 Weblinks

Leben [Bearbeiten]
Siffer begann ein Studium der Philosophie in Straßburg, das er zugunsten der Musik kurz vor dem Abschluss abbrach. Sein erster großer öffentlicher Auftritt fand im Alter von 20 Jahren beim alljährlichen Sauerkrautfest in Colmar statt, vor „2000 Leuten und einer schlechten Anlage“. Er verblüffte sein Publikum durch die französischsprachige Version US-amerikanischer Rockmusik wie etwa die seines großen Vorbilds Bob Dylan. Lyrisch wurde er mehr von den Chansonniers Léo Ferré und Georges Brassens beeinflusst. Der Straßburger Kulturpolitiker und Kabarettist Germain Muller lud Siffer ein, auf dessen Bühne, dem „Barabli“, Songs und Sketche zu spielen. Er fing zuerst mit Kinderreimen und Coverversionen an, doch Muller drängte ihn zum Verfassen eigener Texte. Zwei Jahre dauerte seine „Lehrzeit“ beim „Barabli“.

Théâtre de la Choucrouterie [Bearbeiten]
Siffer nutzte den Leerstand einer bis in die 1980er Jahre produzierenden Sauerkrautfabrik in der rue Saint-Louis im Viertel Finkwiller am Rande der Altststadt von Straßburg, renovierte das Gebäude und nannte es nun „Théâtre de la Choucrouterie“, „Sürkrüt-Theat´r“ oder auch kurz: „la Chouc“. Dort befinden sich neben zwei Bühnen auch ein Restaurantbetrieb („Sürkrüt-Stub“) und die Künstleragentur „Créations Nouvelles Alsace Culture“ (CNAC). Das Ensemble wechselt während einer Vorstellung von einer Bühne zur anderen, um jeweils auf Elsässisch oder Französisch zu unterhalten. Zu den bekanntesten Mitarbeitern des Ensembles gehören Jean-Pierre Albrecht, Cathy Bernecker, Cookie Dingler, Roland Kieffer und Huguette Dreikaus. Viele elsässische Nachwuchskünstler hatten hier ihren ersten großen Auftritt. Aus Respekt vor seinem Vorbild Muller verzichtete Siffer bis zu dessen Tode 1994 auf eigene Kabarettdarbietungen, mittlerweile (2006) hat Siffer seine 12. satirische Revue erstellt. Bei bis zu 180 Vorstellungen besuchen jährlich 21.000 Zuschauer das Kabarett. Zu seinen berühmtesten Gästen konnte das „Chouc“ Marcel Marceau, Claude Nougaro, Juliette Gréco und Jack Lang zählen.

Bewahrer und Erneuerer elsässischer Kultur [Bearbeiten]
Jeden Sommer geht sein Kabarett auf die „Tournée d’été“ (Sommertour) in die elsässischen Dörfer und Städte und bezieht dabei sein Publikum mit in seine Aufführungen ein – einschließlich den „maires“ (Bürgermeistern). Beim alljährlichen Festival der Europäischen Kulturtagen 1998 führte das Ensemble um Roger Siffer Szenen und Lieder zur Badischen Revolution auf. Bei den Europäischen Kulturtagen 2002 nahm seine Revue die Differenzen und Gemeinsamkeiten im vereinten Europa auf’s Korn.

Berühmt geworden ist sein in Frankreich populäres Chanson von Mademoiselle „Anne-Marie“, das irrtümlich für ein Volkslied gehalten wird, tatsächlich aber aus seiner Feder stammt. Nach Aussage von Siffer sind Elsässer nicht sehr gut in Frankreich angesehen, da ihre Kultur deutsche Einflüsse aufweise. Deutsche Musik sei nach den Leiden des zweiten Weltkrieges immer noch strikt verpönt bei den Franzosen. Als einmal Siffer in Paris in elsässischer Sprache gesungen hatte, protestierte das Publikum, das keine Lieder von den „Boches“ hören wollte. Heute gilt Siffer in seiner Heimat als „Galionsfigur der elsässischen Identität“.

Roger Siffer ist verheiratet mit einer Deutschen aus Kiel und hat mit ihr drei Kinder (Zwillinge); der älteste Sohn studiert Jazz-Musik und -Komposition.

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Publié 0, janvier 17, 2011 par NOUNOURS dans Uncategorized

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